Reifendruck berechnen
Der richtige Luftdruck hängt an drei Dingen: deinem Gewicht, der Reifenbreite und dem Reifensystem. Trag sie ein – der Rechner nennt getrennte Werte für vorn und hinten.
Vorderrad
67 psi
4,6 bar
Hinterrad
73 psi
5,0 bar
Richtwert aus Herstellerkurven, kein Messgerät. Prüfe den Maximaldruck von Reifen und Felge und taste dich an deinen Wert heran.
Warum vorn weniger als hinten
Das Vorderrad trägt weniger Last – über den Daumen rund 40 % statt 60 %. Derselbe Druck vorn wie hinten macht das Rad nervös und kostet Grip in der Kurve. Der Rechner setzt vorn rund 8 % weniger an und rechnet dabei mit der Breite, die dort wirklich montiert ist: Viele Räder fahren vorn schmaler als hinten.
Tubeless spart weniger, als überall steht
Die kursierende Faustregel „0,5 bis 0,7 bar weniger mit Tubeless“ ist nicht belegt – sie stammt ausnahmslos von Firmen, die Tubeless verkaufen. Rechnet man nach, was die Hersteller-Rechner tatsächlich tun (SRAM/Zipp, Vittoria), landet man bei rund 2 %. Genau damit rechnet diese Seite.
Hookless ist eine Sicherheitsgrenze, kein Richtwert
Bei Hookless-Felgen hält kein Felgenhaken den Reifen, sondern nur der Druck. Wird die ISO/ETRTO-Grenze überschritten, kann der Reifen von der Felge springen. Sie gilt auch dann, wenn auf dem Reifen ein höherer Maximaldruck eingeprägt ist. Der Rechner kappt deshalb hart – und sagt es dazu.
Mountainbike und Gravel liegen weit unter dem Rennrad
Ein 2,4-Zoll-Reifen trägt denselben Fahrer auf etwa dem vierfachen Luftvolumen und braucht deshalb rund ein Viertel des Drucks: 1,4 bis 1,7 bar statt 5 bis 6. Gravel liegt dazwischen, je nach Breite rund 2,1 bis 3,0 bar. Wähle oben den Radtyp – der Rechner nimmt dann die Kurve, die dazugehört. Es ist dieselbe, mit der die BikeCare-App deine Wartungsintervalle rechnet.
E-Bike: der Unterschied ist das Gewicht, nicht die Kurve
Ein E-Bike braucht keine andere Rechnung, sondern dieselbe mit mehr Gewicht: Motor und Akku bringen je nach Bauart 6 bis 10 kg zusätzlich aufs Rad. Rechne diese Kilos einfach auf dein Fahrergewicht drauf – der Rechner arbeitet ohnehin mit dem Systemgewicht aus Fahrer, Kleidung und Rad. Bei 75 kg Fahrer und einem 8 kg schwereren Rad landest du also bei 83 kg im Feld oben. Der Radtyp bleibt der, der zum Reifen passt: E-Gravel ist Gravel, E-MTB ist Mountainbike.
Was der Rechner nicht weiß
Untergrund, Felgeninnenweite, Reifenmodell und dein Fahrstil verschieben den Wert. Nimm das Ergebnis als Startpunkt und taste dich in Schritten von 0,2 bar heran: zu wenig Druck fühlt sich schwammig an und beult in Kurven, zu viel springt über kleine Unebenheiten statt sie zu schlucken.
Wie viel bar gehören ins Rennrad?
Bei 28 mm Reifenbreite und rund 75 kg Fahrergewicht liegt der Richtwert bei etwa 5 bar hinten und 4,6 bar vorn. Schmalere Reifen brauchen mehr, breitere weniger – 25 mm landet eher bei 5,9 bar, 32 mm bei 4,1 bar. Der Rechner oben rechnet es für deine Werte aus.
Wie viel bar gehören ins Mountainbike?
Deutlich weniger, als die meisten denken. Bei 2,4 Zoll Reifenbreite und rund 75 kg Fahrergewicht liegt der Richtwert bei etwa 1,6 bar hinten und 1,5 bar vorn. 2,2 Zoll landet eher bei 1,7 bar, 2,5 Zoll bei 1,5 bar. Tubeless erlaubt noch etwas weniger. Wähle oben „Mountainbike“ – der Rechner nimmt dann die MTB-Kurve.
Wie oft muss ich den Reifendruck prüfen?
Etwa alle zwei Wochen. Schläuche verlieren Luft durch das Material, Tubeless-Reifen ebenfalls – auch ohne Loch. Vor längeren Ausfahrten lohnt sich der Griff zur Pumpe immer.
Weniger Druck bei Nässe – wie viel?
Rund 10 % weniger. Die größere Auflagefläche bringt Grip, ohne dass der Rollwiderstand spürbar leidet. Setz oben den Haken bei „Nasse Straße“, dann ist es eingerechnet.
Gilt der Maximaldruck auf dem Reifen?
Bei Felgen mit Haken ja. Bei Hookless-Felgen gilt die niedrigere ISO/ETRTO-Grenze, auch wenn auf der Reifenflanke mehr steht – der Reifen kann sonst von der Felge springen.
Brauche ich vorn und hinten verschiedene Reifen?
Nein, aber viele Räder werden so ausgeliefert – etwa vorn 30 mm und hinten 32 mm. Trag beide Breiten getrennt ein, dann rechnet der Rechner jedes Rad mit seiner eigenen.
Den Wert nicht jedes Mal neu ausrechnen
In BikeCare hinterlegst du Reifenbreite und System einmal je Rad. Die App merkt sich, wann du zuletzt geprüft hast, und erinnert dich – zusammen mit Kette, Bremsbelägen und dem Rest. Der Kern ist dauerhaft kostenlos.
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